Raumlufthygiene

Raumlufthygiene

Gute Luft fördert Gesundheit und senkt Infektionsrisiko

In Industrienationen wie Deutschland hält sich der Mensch durchschnittlich 90 Prozent des Tages in Räumen auf. Die Qualität der Raumluft ist daher maßgeblich mitverantwortlich für Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit.

Die Grundvoraussetzungen einer gesunden Raumluft sind teilweise in gesetzlichen und technischen Regelwerken festgelegt. Diese Vorgaben zur Bereitstellung einer gesundheitlich unbedenklichen Atemluft sind für gewerblich genutzte Aufenthaltsräume vorgegeben, allerdings sollten sie auch in privaten Räumen eingehalten werden.

Auch hier sind das Verantwortungsbewusstsein und die Gewissenhaftigkeit der Planer, Installateure und Betreiber gefragt und eine umfassende Informations- und Aufklärungsarbeit durch die entsprechenden Fachleute erforderlich.

Übersicht Bildungsangebote Raumlufthygiene

VDI 6022 Kategorie A und B, (Auffrischung)

Der DFLW e.V. ist seit 2002 zertifizierter Schulungspartner des VDI für die Durchführung von Schulungen nach VDI 6022 der Kategorien A und B. In den Schulungen (Kat B = 1 Tag, Kat A = 2 Tage) werden Kenntnisse über anspruchsvolle Hygienetätigkeiten und -prüfungen an RLT-Anlagen vermittelt. Problemzonen von RLT-Anlagen werden in Theorie und Praxis erläutert und vorgeschriebene Wartungszyklen und -tätigkeiten aufgezeigt.

Weiterhin wird über die geltende Verordnungs- und Gesetzeslage informiert. Diese Kenntnisse sind insbesondere für Ingenieure und Techniker wichtig, um künftigen Anforderungen in der täglichen Praxis gerecht zu werden.

Die Schulung nach Kategorie B vermittelt Kenntnisse für den Betrieb sowie Wartungsarbeiten und schließt, wie auch die Schulung der Kategorie A, mit einer schriftlichen Prüfung zum Erwerb des VDI-Zertifikats ab.

Die VDI-Urkunde ist zudem Voraussetzung zur Ausbildung des „Fachingenieurs RLT“ nach VDI, sowie einer berufsgenossenschaftlich organisierten Zusatzausbildung zum „RLQ-Manager“ die ab Herbst 2012 unter Mitgestaltung des DFLW e.V. angeboten wird.

Teilnahmevoraussetzungen

Die Schulungsteilnehmer müssen ihre berufliche Qualifikation vor Beginn der Schulung nachweisen. Folgende Qualifikationen berechtigen einen Abschluss nach VDI mit Aushändigung eines Zertifikates nach erfolgreicher Abschlussprüfung:

Zulassung VDI 6022, Kategorie B:
Facharbeiter, Monteure und Wartungspersonal mit berufsspezifischer Ausbildung.

Zulassung VDI 6022, Kategorie A:
Ingenieure, Techniker und Meister aus dem Fach.

Teilnehmer, die die oben aufgeführte Qualifikation nicht nachweisen können erhalten eine Teilnahmebestätigung des DFLW e.V.

Am ersten Schulungstag werden die Inhalte nach VDI 6022, Kategorie B vermittelt. Die weitergehenden Inhalte der Kategorie A folgen am zweiten Schulungstag. Alle Teilnehmer erhalten ein Zertifikat oder eine Teilnahmebestätigung (bei fehlendem Qualifikationsnachweis) nach erfolgreicher Absolvierung des Seminars.

Leistungsauszug des Veranstalters

  • Aushändigung der vollständigen Schulungsunterlagen
  • VDI Gebühren
  • Originale der VDI-Richtlinie 6022
  • personenbezogenes VDI-Zertifikat (bei bestandener Prüfung)
  • Austausch auf einer anderen Ebene beim inklusiven Abendprogramm

Luftleitungssysteme in lufttechnischen Anlagen und Anfor­derungen an die Energieeffizienz und Hygiene

An die Planung, Erstellung und den Betrieb von Lufttechnischen Anlagen (LT-Anlagen) werden neben der Verfügbarkeit drei weitere wesentliche Anforderungen gestellt. Diese sind Energieeffizienz, Luftqualität und Lufthygiene. Sie stehen bei der Entscheidung über die Investitions- und Betriebskosten häufig im Wettbewerb zueinander.

Es gilt dabei zu beachten, dass es insbesondere für die Luftundichtheit von Systemen neben den Empfehlungen in den technischen Regelwerken wie DIN-Normen oder VDI-Richtlinien auch rechtsverbindliche Anforderungen in den gesetzlichen Regelwerken wie Energieeinsparungsgesetz (EnEG) oder Energieeinsparverordnung (EnEV) gibt.

Um die Luftundichtheit von Systemen in Lufttechnischen Anlagen feststellen und beurteilen zu können, wie das für die Luftverteilung (Luftleitungssystem) oder das für die Luftbehandlung und -förderung (Raumlufttechnisches System), werden in der Schulung die geltenden Regelwerke vorgestellt und ihre Rechtsverbindlichkeit erläutert.

Mit einer Einführung in die Grundlagen der Strömungsmechanik wird der Zusammenhang zwischen den physikalischen Größen Strömungsgeschwindigkeit, Luftvolumen und Luftmassenstrom sowie Betriebsdruck im Hinblick auf den Leckageluftvolumenstrom aufgezeigt. Weiterhin wird das Verfahren zur Ermittlung und Feststellung des Leckageluftvolumenstromes in den Phasen Planung, Abnahme und Betrieb vermittelt und die Anwendung an einer Teilklimaanlage (TKL-Anlage) demonstriert. Anhand von Prüfergebnissen wird das Optimierungspotenzial für Energieeffizienz und Hygiene diskutiert.

Zielgruppen

  • Planer und Sachverständige mit Schwerpunkt Lüftungs- und Klimatechnik
  • Errichter von Lüftungs- und Klimaanlagen
  • Verantwortliche für den Betrieb und die Instandhaltung von Lüftungs- und Klimaanlagen
  • Verantwortliche für das Energiemanagement
  • Energieberater für Nichtwohngebäude

Themenschwerpunkte

  • Empfehlungen und Anforderungen in technischen und gesetzlichen Regelwerken für hygienische und energieeffiziente Planung, Erstellung und Betrieb von Luftleitungen in der Lüftungstechnik
  • Die physikalischen Größen Strömungsgeschwindigkeit, Luftvolumen und Luftmassenstrom sowie Betriebsdruck und ihre Relevanz für den Leckageluftvolumenstrom
  • Verfahren zur Ermittlung und Feststellung des Leckageluftvolumenstromes in den Phasen Planung, Abnahme und Betrieb
  • Demonstration des Verfahrens der Prüfung eines Luftleitungsstranges in der Abnahme- bzw. der Betriebsphase auf Undichtheit
  • Energetisches Optimierungspotenzial bei Leckagen in Luftleitungssystemen

Messtechnische Feststellung und Bewertung des Raumklimas in klimatisierten Räumen

Die Wirkung des Raumklimas auf den Menschen an seinem Arbeitsplatz wird durch die primären physiologischen Parameter der Luft- und Strahlungstemperatur, der Luftfeuchtigkeit, der Luftströmungsgeschwindigkeit, der Luftqualität sowie die intermediären Parameter der energetischen Arbeitsbelastung und der Bekleidung bestimmt. In der Schulung werden die Anforderungen an die Raumklimaparameter in gesetzlichen Regelwerken und die Empfehlungen in technischen im Zusammenhang mit der Physiologie des Menschen aufgezeigt.

Für die Durchführung von Messungen zur Feststellung der Raumklimaparameter werden die Grundlagen zum Messort, zum Messpunkt, zur Messdauer, zu Messmitleln, zur Kalibrierung von Messmitteln, zu Raumabmessungen, zur Oberflächenbeschaffenheit der raumumschließenden Bauteile und zum Außenluftzustand vermittelt.

Weiterhin wird das Verfahren für die Bewertung des Raumklimas über den PMV- und PPD sowie DR-Index erläutert. Die messtechnische Erfassung der physiologischen Parameter in der Praxis wird in einem Raum demonstriert und die Qualität des Raumklimas über den berechneten PMV- und PPD- sowie den DR-Index bewertet. Das Potenzial und die Möglichkeiten zur Verbesserung des Istzustandes am Arbeitsplatz für die Eingangsparameter der Indexwerte werden diskutiert.

Kenntnisse zur Messtechnik an Lüftungs- und Klimaanlagen sind empfehlenswert.

Zielgruppen

  • Planer und Sachverständige mit Schwerpunkt im HLK-Bereich
  • Anlagenerrichter von Lüftungs- und Klimaanlagen
  • Mitarbeiter von Facility-Management-Unternehmen
  • Verantwortliche für den Betrieb und die Instandhaltung von Gebäuden
  • Wartungsunternehmen

Schulungstag – Beginn 9.30 Uhr

  • Einführung in die Physiologie des Menschen im Kontext von gesetzlichen und technischen Regelwerken
  • PMV-, PPD- und DR-Index zur Bewertung des Raumklimas
  • Messprinzipien und Messverfahren divrser Messmittel für die messtechnische Ermittlung der physikalischen Messgrößen Luft- und Strahlungstemperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftströmungsgeschwindigkeit, Luftqualität
  • Demonstration zur messtechnischen Erfassung der physiologischen Parameter im Raum, Berechnung und Bewertung der Indexwerte für das Raumklima
  • Kalibrierung wn Messmitteln
  • Zusammenfassung des Schulungstages

VDI-MT 2052 - Reinigung von Küchenabluftanlagen

Raumlufttechnische Anlagen in Küchen sind aus vielerlei Gründen notwendig: Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Brandschutz, Hygiene, Betriebssicherheit, Immissionsschutz, Energieeffizienz. Die Grundlagen zu Planung, Bau, Betrieb, Instandhaltung und Reinigung sind u.a. in VDI 2052 Blatt 1 und 2, sowie der VDI 6022 geregelt. Dabei bezieht sich die Normenreihe VDI 6022 auf die Zuluft und die Normenreihe 2052 auf die Abluft der raumlufttechnischen Anlagen in Küchen.
Als Voraussetzung zur Durchführung von Wartungs- und Kontrolltätigkeiten an Küchenabluftanlagen wird eine Schulung gemäß VDI-MT 2052 Blatt 3 gefordert. Diese Schulung hat das Ziel, alle Personen, die im Betrieb und in der Instandhaltung von Küchenabluftanlagen tätig sind entsprechend der Richtlinie zu qualifizieren bzw. weiterzubilden.

Die Schulung ist erforderlich für „einfache betriebliche Tätigkeiten an Küchenabluftanlagen“. Sie geht auf die Besonderheiten einer Küchenabluft ein, die nicht durch eine Schulung gemäß VDI 6022 erfasst wird.

Das Seminar vermittelt gesetzliche, technische und hygienische Grundlagen. Reinigungsmethoden und -kombinationen werden in Theorie und Praxis erläutert. Vorgeschriebene Zyklen, Tätigkeiten und Konzepte werden aufgezeigt.

Das Seminar endet mit einer schriftlichen Prüfung nach VDI 2052. Die Teilnahme und erfolgreiche Prüfung wird vom DFLW e.V. bestätigt. Teilnehmer die die Teilnahmevorausetzungen erfüllen und die Prüfung erfolgreich bestehen erhalten ein VDI-Urkunde. Alle anderen Tielnehmer erhalten eine Teilnahmebestätigung.

Teilnehmerkreis

Betreiber und betreibende Unternehmen, Facility Management (FM) Mitarbeiter, Wartungs- und Reinigungsfirmen, Schornsteinfeger:innen

Teilnahmevoraussetzung

Technische Berufsausbildung oder mehrjährige Erfahrung in der Instandhaltung von Küchenabluftanlagen (Die Einhaltung der Teilnahmevoraussetzungen müssen im Rahmen der Anmeldung nachgewiesen werden).

Gesetzliche Grundlagen

Arbeitsstättenverordnung
Der Hygienezustand von raumlufttechnischen Anlagen und Geräten beeinflusst die Qualität der Innenraumluft in Gebäuden in hohem Maße. Wichtig für die Bewertung des Hygienezustands sind dabei neben chemischen Stoffen oder partikulären Staubbelastungen auch biologische Stoffe.


Die rechtliche Grundlage für die Raumlufthygiene ist das Arbeitsschutzgesetz. Dessen Anforderungen an den Betrieb von Arbeitsstätten werden durch die Arbeitsstättenverordnung beschrieben. Änderungen dieser wirken sich unmittelbar auf die rechtskonforme Durchführung von Hygieneinspektionen und Hygienekontrollen im Rahmen eines bestimmungsgemäßen Betriebs von raumlufttechnischen Anlagen und Geräten aus.


Daher ergibt sich die Verpflichtung zur praktischen Umsetzung der Richtlinienreihe VDI 6022 und den daraus resultierenden Anforderungen aus der gesetzlichen Grundlage des Arbeitsschutzes. Denn aus juristischer und behördlicher Sicht handelt es sich bei den VDI-Richtlinien und -Normen um allgemein anerkannte Regeln der Technik (aaRdT), die durch entsprechende Bezugnahme im Arbeitsschutzgesetz und anderen Vorschriften Eingang finden.
Die gesetzlichen Vorschriften bestimmen dabei das Schutzziel. Die Regeln der Technik und die gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse füllen diesen Rahmen konkret und im Detail aus.

Aktuelles zum Thema

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Aktuelle Bildungsangebote

19. Fachsymposium Gebäudetechnik + Hygiene

Bad Brückenau | |   Fachsymposium

05. – 06.10.2022

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VDI 6022 KAT A/B

Schriesheim | |   Raumlufthygiene

17.05. – 18.05.2022

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Wasserhygieneschulung nach VDI-DVGW 6023, Kat. A und B

Ludwigshafen, BASF | |   Trinkwasserhygiene

18.05. – 19.05.2022

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